Wie KIs helfen Fake News zu enttarnen

In der aktuellen Coronakrise hat es sich deutlicher denn je gezeigt – Fake News sind eine große Herausforderung, vor allem im Umgang mit den Sozialen Medien. Gerade Verschwörungstheorien rund um Corona verbreiten sich über Plattformen, wie zum Beispiel Twitter rasend schnell. Dies kann mit unter gefährlich werden. Als sich zu Beginn der Pandemie die Fake News verbreiteten, dass 5G für Corona verantwortlich sein soll, wurden in England unter mehreren Sendemasten Feuer gelegt.

Jetzt schlagen die Plattformen mit technischen Mitteln zurück und löschen Fake News von ihren Seiten. Diese erkennen sie unter anderem durch eine eingesetzte Künstliche Intelligenz. Aber wir geht das überhaupt und funktioniert das zuverlässig? Dieser Blogpost beschäftigt sich mit genau dieser Frage.

Warum es wichtig ist, Fake News zu erkennen

Eine der Hauptgefahren durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien und Fake News ist, dass diese häufig von extremen politischen und religiösen Gruppierungen genutzt werden, um Menschen auf ihre Seite zu ziehen und zu verunsichern. So wurde jüngst ein Video manipuliert, um die Explosion in Beirut als Bombenabwurf verfeindeter Gruppen darzustellen. Dies heizt in einer unsicheren Lage die Stimmung auf und kann zu gefährlichen Gegenreaktionen führen. Dies gilt auch für Videos aus dem extremen linken, aber auch rechten Lager. Wie der Tübinger Professor Michael Butter zum Sender MDR sagte, gibt es zwischen Verschwörungsideologien und Rechtspopulismus tatsächlich auch Verbindungen:  „Beide lösen komplexe politische Themen in einen Gegensatz von Gut und Böse auf. Auf der einen Seite die Verschwörer beziehungsweise die Eliten, auf der anderen Seite die Opfer der Verschwörung oder das einfache Volk.“ Kommt dann die Angst, z. B. vor einem bislang unbekannten Virus dazu, kann es zu Handlungen wie z. B. den Brandstiftungen in England kommen.

Deswegen wollen nun die Plattformbetreiber der Sozialen Medien die Verbreitung dieser Fake News verhindern. Generell zu hinterfragen: „Wer hat etwas davon, wenn viele Menschen diese Information glauben?“, hilft häufig schon, den Ursprung von Fake News herauszufinden und sie nicht leichtgläubig als tatsächliche Fakten anzunehmen. Eine Hilfe sind auch Faktenfinder, wie beispielsweise der der ARD.

Welche Quellen werden ausgespielt?

Der erste Weg, Fehlinformationen einzubremsen, ist es, glaubwürdige Nachrichtenquellen, die beispielsweise bei früheren Faktenchecks schon analysiert und für richtig befunden wurden, zu bevorzugen. Beispielsweise YouTube agiert auf diese Weise. Sucht dort jemand etwas zu einem brisanten Thema, z. B. dem Corona-Virus, werden vorrangig Videos von großen Fernsehsendern und Zeitungen angezeigt, kleinere und ggf. schlecht recherchierte Videos werden nicht so häufig an die Nutzer*innen ausgespielt. Dies wird über die Algorithmen der Plattform gesteuert. Doch dieses Verfahren nutzt nichts, wenn Links zu Videos mit Fake News über WhatsApp- und ähnliche Kommunikationswege in Sekundenschnelle verschickt und verteilt werden. Genau da setzt nun die Arbeit einer KI ein.

Wenn die KI die potenzielle Gefahr entdeckt

Die Plattform Facebook, zu dessen Konzern auch WhatsApp und Instagram gehören, setzt eine KI ein, die nach Inhalten zum Corona-Virus sucht, die besonders häufig und schnell in seinen Netzwerken von den Nutzer*innen geteilt werden. Diese werden dann zum einen bevorzugt von (meist menschlichen) Faktencheckern geprüft und danach gegebenenfalls als falsch markiert. Wenn Nutzer dennoch weiterhin diese Inhalte teilen, werden diese automatisch gewarnt. Auch die Personen, die den Link erhalten, erfahren direkt, dass es sich um eine Fehlinformation, also einem reinen Gerücht handelt.

Auch Bilder können lügen

Auch über Bilder können Fake News verbreitet werden, bzw. werden Fake News häufig mit Bildern versehen, die eigentlich ganz andere Situationen darstellen und komplett aus dem richtigen Kontext gerissen werden. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeitet daher an Systemen, die anhand der Bilder Falschmeldungen erkennen soll. So wird damit geprüft, ob ein angezeigtes Bild schon einmal in einem anderen Kontext im Internet aufgetaucht ist. Darüber hinaus kann geprüft werden, ob Bilder manipuliert wurden. Dazu werden ähnliche Bilder gesucht und ein Ähnlichkeitsvergleich gemacht. Auch diese Systeme helfen, potenzielle Leser vor den Fake News zu warnen oder diese dafür zu sensibilisieren.

Wenn die Warnung nicht mehr ausreicht

Gerade in der derzeitigen Pandemie reicht aber all das meist nicht mehr. Daher geht die Plattform Facebook härter gegen Fakenews zum Corona-Virus vor und löscht als falsch eingestufte Links von seiner Seite. Damit soll verhindert werden, dass durch diese Fake News andere Nutzer potenziell gefährdet werden. Anders geht Twitter mit der Situation um:  Wer dort den Begriff Coronavirus sowie weitere relevante Schlüsselwörter (insgesamt 30) sucht, der bekommt automaisch ein sogenanntes Aufklärungswerkzeug angezeigt, dass in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt wurde. Bei WhatsApp wurde dagegen die Weiterverbreitung von schnell und häufig geteilten Inhalten eingedämmt.

Kaja Wehner

Verfasst von Kaja Wehner am

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